Ziel
Bei der Revitrektomie persistierender Makulaforamina wird häufig Silikonöl für die Endotamponade eingesetzt. Im postoperativen
Verlauf besteht eine Unsicherheit, ob das Makulaforamen tatsächlich verschlossen ist. Die bisher verfügbaren Time-Domain-Geräte
(Stratus-OCT und Vorläufer, Carl Zeiss Meditec AG) ermöglichen nur in Ausnahmefällen eine Darstellung der Makula unter Silikonölendotamponade.
Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die neuen hochauflösenden Fourier-Domain-Geräte (z. B. Cirrus-OCT) eine wesentlich zuverlässigere
Darstellung unter diesen Untersuchungsbedingungen erlauben.
Methode
Zehn Augen von 10 Patienten, bei denen wegen einer Persistenz des Makulaforamens nach Vitrektomie mit Gasendotamponade eine
Reoperation mit Silikonölendotamponade durchgeführt worden war, wurden mit Hilfe des Cirrus-OCT (Carl Zeiss Meditec AG) untersucht.
Voraussetzung für die Untersuchung waren ausreichend klare optische Medien. Es wurde die Morphologie des Makulaforamens analysiert.
Diese Morphologie unter Silikonöl wurde mit dem Befund nach Silikonölentfernung verglichen.
Ergebnisse
Fünf Augen zeigten unter Silikonöltamponade einen Verschluss des Makulaforamens mit Netzhautgewebe im Zentrum der Fovea. Bei
3 Augen fand sich im Zentrum unter der Netzhaut eine flache Zyste. Bei den 5 anderen Augen war eine persistierende durchgreifende
Foramenkontur zu erkennen. Nach Ölentfernung blieb bei allen 5 Augen mit vorhandener fovealer Kontur das Makulaforamen verschlossen.
Bei den 5 Augen mit persistierender Foramenkontur hoben sich die Foramenränder in 4 Fällen progredient ab, bei 1 Auge mit
stumpfwinkligem Ansatz der Foramenränder am Pigmentepithel blieb das Foramen weitgehend stabil.
Schlussfolgerungen
Diese Pilotuntersuchung legt nahe, dass die Morphologie eines Makulaforamens unter Silikonölendotamponade einen Rückschluss
auf die Prognose nach Ölentfernung erlaubt. Dies kann die Entscheidung zur Ölentfernung und ggf. adjuvanten Maßnahmen beeinflussen.
Die genaue Analyse unter Öltamponade ist erst mit dem hochauflösenden Fourier-Domain-OCT möglich geworden.
Objective
After unsuccessful surgery for macular holes re-vitrectomy is often conducted with silicone oil endotamponade. In the postoperative
management uncertainty exists whether the macular hole is actually closed. Standard time domain OCT (Stratus OCT and its predecessors,
Carl Zeiss Meditec AG) is rarely successful in depicting the central retina under silicone oil. High resolution Fourier domain
OCT (Cirrus OCT) may be superior in delineating macular structures under these conditions.
Methods
A total of 10 eyes from 10 patients were examined with the Cirrus OCT (Carl Zeiss Meditec AG) after vitrectomy with silicone
oil for persistent macular holes. Sufficiently clear optical media were a prerequisite for the examination. Macular morphology
was analyzed under silicone oil and compared with the findings after silicone oil removal.
Results
Of the 10 eyes 5 showed macular hole closure under silicone oil with retinal tissue in the center of the fovea. In 3 eyes
there was a shallow subretinal cyst in the center of the fovea and the other 5 eyes showed a persisting hole. The macular
hole remained closed after oil removal in all 5 eyes with a foveal contour. In 4 of the other 5 eyes the macular hole reopened
and for 1 eye the hole remained stable.
Conclusions
This pilot study showed that the aspect of macular holes under silicone oil seems to influence the prognosis after oil removal.
Thus, silicone oil removal as well as further surgery may be planned. The reliable analysis of macular holes under silicone
oil has only become possible with high resolution Fourier domain OCT.
Schlüsselwörter Optische Kohärenztomographie - Makulaforamen - Silikonöl - Vitrektomie - Bildgebende Verfahren
Keywords Optical coherence tomography - Macular hole - Silicone oil - Vitrectomy - Retinal imaging