Hintergrund
Bei einer Endophthalmitis müssen immer wieder Augen enukleiert werden. Wir fragten uns, ob sich diese Patienten von denen,
bei denen dies nicht notwendig ist, unterscheiden.
Patienten und Methode
Wir führten eine retrospektive Untersuchung aller Patienten durch, welche zwischen 1988 und 2000 wegen einer Endophthalmitis
operiert worden waren. Die Patienten wurden in Gruppe A (keine Enukleation) und Gruppe B (Enukleation) eingeteilt.
Ergebnisse
Gruppe A bestand aus 176 Patienten (41% Frauen, Durchschnittsalter 64,6 Jahre), Gruppe B aus 15 Patienten (40% Frauen, Durchschnittsalter
60,8). Die Patienten nahmen in 47% (40%) Medikamente gegen Herz-Kreislauf-krankheiten ein, 9% (13%) gegen Lungenleiden, 10%
(27%) gegen Diabetes, 10% (20%) gegen bakterielle/virale Krankheiten, 44% (53%) gegen sonstige Leiden. Sie stellten sich 32
(5,8) Tage nach ersten Symptomen in der Klinik vor, der Unterschied war statisitisch signifikant. Es handelte sich in 70%
(33%) um Fälle postoperativer, 16% (40%) endogener und 14% (27%) posttraumatischer Endophthalmitis. Endogene Fälle waren in
Gruppe B statistisch signifikant häufiger. Es wurden 42% (40%) grampositive, 15% (13%) gramnegative Bakterien, 6% (13%) Pilze
und 2% (0%) Viren isoliert. Colibakterien und Pneumokokken wurden in Gruppe B statistisch signifikant häufiger nachgewiesen.
Zur Behandlung der Endophthalmitis wurde in 81% (73%) vitrektomiert, in 10% (20%) die eigene, in 17% (0%) die Kunstlinse entfernt,
in 40% (33%) die Vorderkammer gespült und in 6% (0%) die Hinterkapsel eröffnet (Mehrfachnennungen waren möglich). Ein Zweiteingriff
wurde in 63% (93%) wegen persisitierender Entzündung, 14% (7%) wegen Netzhautablösung oder 27% (7%) aus sonstigen Gründen
notwendig. Die Unterschiede waren nicht signifikant. Die durchschnittliche Sehschärfe betrag bei Aufnahme 0,1 (0,02), bei
Entlassung aus der Klinik 0,17 (0,03). Die Unterschiede waren statistisch signifikant. Der Augendruck betrug bei Aufnahme
17,8 (25,4) mm Hg, bei Entlassung 15,4 (16,3) mm Hg. Der Unterschied im Aufnahmedruck war signifikant.
Schlussfolgerung
Patienten, bei denen eine Enukleation vorgenommen werden musste, unterschieden sich in ihrem Allgemeinzustand nicht signifikant
von denjenigen, bei denen keine Enukleation nötig war, wenn auch ein Trend zu mehr Diabetikern und Patienten mit antibakterieller/antiviraler
Therapie erkennbar war. Als Risikofaktor für eine Enukleation erwiesen sich: Infektion mit Pneumokokken oder Colibakterien,
kurzes Zeitintervall zwischen ersten Symptomen und Aufnahme in der Klinik, mehr Nachoperationen.