Hintergrund
Bei freiliegenden Knochen oder Sehnen sollten Weichteildefekte des distalen Unterschenkeldrittels mit einer Lappenplastik gedeckt werden. Diese kann lokal oder frei erfolgen. Als lokaler Lappen hat sich der distal gestielte M.-peroneus-brevis-Lappen etabliert.Material und Methode
Der M. peroneus wird nicht an seiner dominanten Gefäßversorgung im proximalen Anteil gestielt, sondern an den distal in den Muskel eintretenden Gefäßen. Dies hat den Vorteil, dass der proximale, muskuläre Anteil mit einem vergrößerten Radius zur Defektdeckung verwendet werden kann. Der Muskel wiederum kann dann mit Spalthaut bedeckt werden. Von 2000–2004 wurden 12 Patienten mit Defekten des unteren Drittels des Unterschenkels versorgt. Die Defekte lagen über der Tibia, Strecksehnen, Achillessehne und dem Außenknöchel. Das Durchschnittsalter betrug 56 Jahre.Ergebnisse
Der Muskel heilte in allen Fällen ein. Vier Fälle zeigten kleinere Wundheilungsstörungen der Spalthaut, die unter konservativer Behandlung abheilten. Es zeigten sich in keinem Fall dauerhafte Instabilitäten des Wundverschlusses. Der distal gestielte M. peroneus brevis erlaubt eine Defektdeckung bis hin zum Tuber calcanei und bietet gerade bei Wundheilungsstörungen nach Achillessehnennaht eine suffiziente Möglichkeit der Defektdeckung.Schlussfolgerung
Die lokale Lösung durch einen M.-peroneus-Lappen bewirkt bei geringer Hebemorbidität und kurzer Operationszeit eine Reduzierung der stationären Verweildauer verglichen mit einer langdauernden konservativen Behandlung. Dies ist gerade unter DRG-Aspekten ein wichtiger Faktor. Sollte der Muskel nicht einheilen, so ist immer noch die Option für einen freien Gewebetransfer gegeben, da durch diesen Lappen die möglichen Anschlussgefäße nicht beeinträchtigt werden.Background
Defects of the lower leg with exposed tendons or bone require either a local or free flap coverage. The distally pedicled peroneus brevis muscle flap has been proven to be a sufficient local flap alternative.Material and method
Using this technique the muscle is perfused by the non dominant distal perforators. This allows the muscle to be transposed to more distal lesions. The muscle is then covered with meshed split skin graft. Between 2000 and 2004 12 patients with defects of the lower leg in the distal lower third have been treated by using this muscle flap. The defects were located over the tibial bone, the extensor tendons, the achilles tendon and the lateral malleolar region.Results
All muscles healed primarily, 4 patients had minor wound healing complications of the skin graft, which in all cases healed conservatively. The muscle and skin graft remained stable. Donor site morbidity is restricted to the scar in the lateral lower leg. Pronation of the foot is not impaired.Conclusion
These cases show that the distally based peroneus brevis muscle has a wide range of coverage and even allows a closure down to the calcaneal tuberosity. Additionally, a local flap management with a safe muscle transposition is an economic procedure with short operation time and decreased hospital stay. If the muscle does not cover the wound sufficiently, free flap surgery can still be performed.Schlüsselwörter Weichteildefekte - Unterschenkel - Lokale Lappen - Distal gestielt - M.-peroneus-brevis-Lappen
Keywords Soft tissue defects - Lower leg - Local flaps - Distally pedicled - Peroneus brevis muscle flap