Viele Föderalstaaten sehen sich mit einer schleichenden Zentralisierung ihrer Staatstätigkeit konfrontiert. Weshalb einzelne
Gebietskörperschaften höhere Zentralisierungsgrade als andere aufweisen, ist bis heute jedoch wenig erforscht. In diesem Beitrag
wird argumentiert, dass direkte Volksrecht die Regierungen einzelner Gliedstaaten bei der Zentralisierung der Staatstätigkeit
beschränken. Diese Überlegung wird durch empirische Evidenz für die Schweizer Kantone von 1980 bis 1998 gestützt. Der Zentralisierungsgrad
der Staatstätigkeit in den Kantonen wird durch das Finanzreferendum signifikant verringert. Dies gilt für den gesamten Bereich
der öffentlichen Einnahmen. Bei den Ausgaben kann ein zentralisierungsdämpfender Effekt vornehmlich im Bereich der Bildungsausgaben
beobachtet werden.
Previous theoretical and empirical research has shown that policymakers have incentives to centralize government activities
in order to weaken the competitive pressure of fiscal federalism. We argue that referendums reduce the possibilities for collusion
among representatives and the ability of higher level policy-makers to attract additional responsibilities. Empirical results
from panel data for Swiss cantons between 1980 to 1998 support this hypothesis. The centralization of government activity,
measured by budgetary outcomes, is significantly reduced by a fiscal referendum. This holds in the case of public revenue
and its components, but also for public expenditure, in particular public education spending.