Es wird der Frage nachgegangen, wie in virtuellen Gemeinschaften, speziell multi-user dungeons (MUDs), Freundschaften entstehen
können. Nach der Social Information Processing Perspective (SIP; Walther, 1992) lernen die Nutzer von computervermittelter
Kommunikation mit der Zeit, den Mangel nonverbaler Inhalte durch den Einsatz spezifischer Kommunikationsstrategien (z.B. Emoticons)
zu kompensieren. Die aus der SIP ableitbaren Vorhersagen wurden an einer Stichprobe von MUDdern überprüft, wobei zusätzlich
der Rolle von Motiven besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Es zeigte sich, dass Emoticons als hilfreich beim Ausdrücken
sozioemotionaler Inhalte erlebt werden und der Einsatz von Emoticons auch mit dem Aufbau von Online-Freundschaften einher
geht. Dieser Zusammenhang wird jedoch durch die primäre Motivation zur Teilnahme an MUDs moderiert.
This paper focuses on the question how friendships can be built up in virtual communities, especially in multi-user dungeons
(MUDs). According to the Social Information Processing Perspective (SIP; Walther, 1992), users of computer-mediated communication
learn how to compensate the lack of nonverbal cues by using specific communication strategies (e.g. emoticons). The predictions
derived from SIP were tested in a sample of MUDders. Additionally, the role of motives was studied. Results revealed that
emoticons in fact are seen as helpful in expressing socioemotional contents. The use of emoticons also correlates with development
of online-friendships. However, this correlation was moderated by the primary motivation to participate in MUDs.
Dr. Sonja Utz ist zur Zeit als Forschungsassistentin an der Freien Universität Amsterdam tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten
zählen interpersonale Beziehungen und soziale Identität in virtuellen Gemeinschaften, Kooperation und Wettbewerb, soziale
Dilemmata.