HNO
Volume 54, Number 3, 233-251, DOI: 10.1007/s00106-006-1378-7

Die Aufgaben des Hals-Nasen-Ohren-Arztes bei der Hörgeräteversorgung
Teil 2: Überprüfung von Anpassbericht, subjektiver Zufriedenheit, Ohrpassstück und Hörgerät

The tasks of the ENT specialist by hearing aid fitting
Part 2: checking the fit, subjective satisfaction, ear mold and hearing aid

K. Schorn

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Abstract

Im 2. Teil des zweiteiligen Artikels wird beschrieben, welche Aufgaben der HNO-Arzt zu erfüllen hat, bevor er auf der Rückseite der ohrenärztlichen Verordnung einer Hörhilfe bestätigen kann, dass durch die vom Hörgeräteakustiker vorgeschlagene Hörhilfe eine ausreichende Hörverbesserung erzielt wird und dass das vorgeschlagene Gerät zweckmäßig ist. Zunächst sollte er den Anpassbericht des Hörgeräteakustikers einsehen, dessen Audiogramme mit den eigenen Ergebnissen vergleichen und überprüfen, ob mindestens 3 Hörgeräte verschiedener Herstellerfirmen verglichen wurden. Im Vordergrund steht die Zufriedenheit des Patienten, die mit dem ldquorOldenburger Inventarldquo erfasst werden kann und Auskunft gibt über Verbesserung des Hörens in Ruhe, im Störgeräusch und des Richtungshörens durch das Hörgerät. Da die Otoplastik die Hörgeräteverstärkung wesentlich beeinflusst, sollte der Arzt sich davon überzeugen, dass das Ohrpassstück nicht rückkoppelt, mit einer 2. Bohrung und bei Bedarf mit Libby-Horn oder Dämpfungselementen versehen ist, oder ob eine offene Anpassung sinnvoll ist. Die Erfolgskontrolle erfolgt durch Freifeldmessung ohne und mit Störgeräusch, wobei das sog. dBopt erzielt werden muss. Von großer Hilfe für die Erkennung von Anpassfehlern sind die In-situ-Messung und die Skalierung mit dem Würzburger Hörfeld. Zusatzmaßnahmen wie Hörsprachtraining, Lippenablesen oder technische Hilfsmittel, z. B. Mikroportanlagen oder Lichtwecker, finden oft bei höhergradiger Schwerhörigkeit, besonders bei alten Menschen, Anwendung.
The second part of this series deals with the tasks of the ENT-specialist, who must not endorse the prescription before making sure that the hearing aid recommended by the acoustician will bring sufficient hearing improvement, and that the suggested hearing aid is suitable. The report and audiograms of the acoustician must be compared to his own results, and a check of whether at least three hearing aids from different companies have been compared must be made. The primary aim of patient satisfaction can be checked by means of the ldquoOldenburger Inventarrdquo (Oldenburg questionnaire), which determines the improvement of hearing ability in quiet and noise, and of auditory localization. Since the otoplastic substantially effects the amplification of the hearing aid, the ENT specialist should make sure that it does not produce feedback, that it has a second boring, and, in case of need, a Libby horn. He should also consider whether an open fitting would be more appropriate. A free-field measurement — with and without noise — shows whether the dBopt has been reached. The in situ measurement and the loudness rating by the Würzburger Hörfeld (Wuerzburg auditory field) are of great help in detecting fitting errors. Additional procedures, such as auditory speech training, lip reading, or technical devices, for instance FM-communication or a light alarm clock, are often employed in elderly patients.

Schlüsselwörter  Anpassbericht - Hörgeräteüberprüfung - In-situ-Messung - Lautheitsskalierung - Oldenburger Inventar

Keywords  Fitting report - Hearing aid testing - In situ measurement - Loudness scaling - Oldenburg questionnaire

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