Hämangiome sind die häufigsten Tumoren im Kindesalter. Zwischen 8 und 12% aller Kinder weisen solche Veränderungen auf, Frühgeborene
sogar bis zu 22%. Meist sind sie bereits bei Geburt vorhanden, können sich aber auch später manifestieren und zeigen dann
in bis zu 50% eine Vorläuferläsion. Es folgt eine Phase raschen Wachstums, welche meist 3 bis 9, jedoch auch bis zu 18 Monaten
andauern kann. Die anschließende Rückbildungsphase ist meistens bis zum 10. Lebensjahr abgeschlossen. Nur in etwa 50% findet
sich nach Abschluss der Rückbildung normale Haut. Meist zeigen sich Residuen wie Teleangiektasien, unelastisch-atrophische,
gelbliche oder depigmentierte Hautareale oder Faltenbildung aus fibro-lipomatösem Gewebe. In der Periorbitalregion sind Indikationen
zur Therapie insbesondere drohende Amblyopie durch Verlegung der optischen Achse bzw. Induktion eines Astigmatismus. Die Therapie
kann aus kontinuierlicher Beobachtung mit Amblyopie-Therapie bzw. Prophylaxe, systemischer Kortiko-Steroid bzw. Interferon-Gabe,
intraläsionaler Kortiko-Steroidegabe sowie Laserbehandlung mit dem cw-Neodym-YAG und anderen Lasern bzw. einer Kombination
verschiedener Methoden bestehen. In Einzelfällen, insbesondere bei abgrenzbaren und progredient wachsenden Tumoren im Lidbereich,
kann eine Resektion des Tumors in Frage kommen. Bei subkutanen- bzw. tiefer gelegenen Läsionen kann die chirurgische Entfernung
mit histologischer Diagnostik notwendig werden, um schwerwiegende Differentialdiagnosen wie Rhabdomyosarkom bzw. andere maligne
Tumoren der Orbita auszuschließen.