Der Stahl der Kelten war im Römischen Reich wegen seiner hervorragenden Qualität ein begehrtes Handelsgut. 34 keltische Werkstücke
aus Stahl von den archäologischen Fundplätzen Gründberg/Linz und Magdalensberg/Kärnten, die aus der Römerzeit (100 v. Chr.
– 100 n. Chr.) stammen, wurden mikroanalytisch beurteilt. Die Schliffbeurteilungen der Stahlproben aus Norikum zeigen, dass
die einzelnen Werkstücke aus einer Vielzahl von Komponenten unterschiedlicher Stahlsorten erzeugt wurden. Diese zeilige Struktur
in den Werkstücken ist auf die in der Keltenzeit gebräuchliche Schmiedetechnik zurückzuführen. Sie bestand aus dem Hämmern
der Rohstahlstücke zu einem Stab. Aus den Stahlstäben wurde das Werkstück durch Feuerschweißen geschmiedet. Je nach Anforderung
an Härte und Zähigkeit wurden dafür unlegierte und legierte Stahlsorten verwendet. Damit wurden harte Werkstoffe in die Matrix
weicher Werkstoffe (Mehrlagenwerkstoff) eingebettet. Die Härte der Stahlstäbe wurde einerseits mit Phosphor oder Kohlenstoff
als Legierungselementen erreicht, andererseits war auch das Härten (Glühen in einem Holzkohlebett bei 1000 °C und raschem
Abkühlen) in der Römerzeit in Anwendung. Die metallurgischen Beurteilungsergebnisse beweisen, dass der "Norische Stahl" die
Beurteilung "Qualitätsprodukt" uneingeschränkt verdient.
Celtic steel was a commodity much sought-after in the Roman Empire due to its outstanding quality. 34 Celtic steel artefacts
from the archaeological sites of Gründberg/Linz and Magdalensberg/Carinthia, dating from Roman times (100 B. C. – 100 A. D.),
have been subjected to microanalysis. As shown by the analysis of specimens based on steel samples from the province of Noricum,
the single pieces consisted of numerous components of different steel grades. The result is a banded structure of the artefacts,
which can be attributed to the forging technique usual in the Celtic era. First, several crude steel blanks were hammered
into a bar. The workpiece was then got from these steel bars by fire-forging. Depending on the hardness and toughness required,
unalloyed or alloyed steel grades were used. In the course of forging, hard elements were embedded in a matrix of softer metal
(multilayer material). To achieve the desired hardness of the steel bars, one method was to add phosphorus or carbon. Alternatively,
annealing in a charcoal bed at 1000 °C followed by rapid cooling was in use during Roman times. The results of the metallurgical
assessment prove that the designation "quality product" for "Norican steel" is fully warranted.