Problemstellung
Die Endophthalmitis stellt nach wie vor eine gefürchtete Komplikation, insbesondere nach intraokularen Eingriffen, dar. In
Anlehnung an die amerikanische Endophthalmitis-Studie aus dem Jahr 1995 soll ein modifiziertes Therapiekonzept mit unseren
Ergebnissen vorgestellt werden.
Patienten und Methode
Aus den Jahren 1995 bis 1997 untersuchten wir retrospektiv 33 Patienten (34 Augen), die wegen einer Endophthalmitis an unserer
Klinik behandelt wurden. Vorausgegangen war bei 29 dieser Augen eine Katarakt-Operation; 5 Augen wiesen eine endogene Endophthalmitis
auf. Trotz konservativer Therapie mit lokalen und systemischen Antibiotika- und Steroidgaben war bei progredientem Befund
bei 23 Augen eine Pars plana-Vitrektomie mit Antibiotikaspülung erforderlich.
Ergebnisse
Patienten mit Endophthalmitiden nach intraokularen Eingriffen erzielten durch konservative Therapie eine Besserung mit einem
Visus im Mittel von 0,68; durch Pars plana-Vitrektomie konnte eine Ausheilung mit einem funktionellen Ergebnis von im Mittel
0,30 erreicht werden. Bei 4 der 5 Augen mit endogener Endophthalmitis konnte trotz konservativer und chirurgischer Therapie
die Erblindung nicht verhindert werden.
Diskussion
Durch die gezielte kombinierte Therapie mit systemischen und lokalen Antibiotika und Steroiden sowie einer rechtzeitigen Pars
plana-Vitrektomie mit Antibiotikaspülung läßt sich der Verlust von Augen mit Endophthalmitiden verhindern und ein zufriedenstellendes,
postoperatives, funktionelles Ergebnis erreichen. Im Gegensatz zu den Endophthalmitiden nach intraokularen Eingriffen haben
endogene Endophthalmitiden insgesamt einen ungünstigeren Verlauf. Die Prognose der Endophthalmitiden nach Katarakt-Operationen
ist in unserem Krankengut wesentlich verbessert, da wir im Gegensatz zur amerikanischen Endophthalmitis-Studie keine abwartende
Haltung einnehmen, sondern eine frühzeitige Vitrektomie vornehmen, sobald eine Zunahme der intraokularen Entzündungen mittels
Ultraschall zu beobachten ist oder der Fundusrotreflex nicht mehr zu erkennen ist.
Background
Endophthalmitis remains a feared complication after intraocular procedures. In relation to the American Endophthalmitis Study
and on the basis of our own experiences we present our concept and results of treatment as well as management of these patients.
Patients and methods
We evaluated retrospectively 33 patients (34 eyes) which were diagnosed and treated for endophthalmitis between 1995 and 1997.
29 of these eyes underwent previous cataract surgery, 5 eyes presented with an endogenous infection. After initial combined
conservative therapy with local and systemic antibiotics and steroids we vitrectomized 25 eyes and performed an installation
of intraocular antibiotics.
Results
Patients with infections after previous intraocular surgery had the best outcome in visual acuity after conservative therapy
with an average of 0.68. Eyes that underwent pars-plana vitrectomy had postoperative mean visual acuity of 0.30. In 4 out
of 5 eyes with endogenous endophthalmitis blindness resulted.
Discussion
Initial local and systemic application of combined antibiotics and steroids followed shortly by pars-plana vitrectomy with
intraocular antibiotic installation results in good postoperative vision. However, endogenous forms of endophthalmitis do
have a relatively poor prognosis.
Schlüsselwörter Endophthalmitis - Antibiose - Pars plana-Vitrektomie
Key words Endophthalmitis - Antibiotics - Pars-plana-vitrectomy