Die Zunahme von Patienten mit einem metabolischen Syndrom, vorwiegend in einer Altersklientel > 40 Jahre mit einer Verschiebung
zu einem immer jüngeren Manifestationsalter, entwickelt sich zu einem schwerwiegenden medizinischen, sozialen und ökonomischen
Problem. Die frühzeitige Diagnose weist einen wirksamen Weg zur primären Prävention. Die Ergebnisse großer internationaler
Studien belegen, dass die Prävention des Typ-2-Diabetes und metabolischen Syndroms bei Risikopersonen mit einer Lebensstilintervention
möglich und effektiv durchführbar ist. Voraussetzungen dafür sind die frühzeitige Erkennung von Risikoträgern und das Vorhandensein
strukturierter qualitätskontrollierter Programme zur Primärprävention.
Bei der frühzeitigen Erkennung chronischer Erkrankungen nehmen Betriebsärzte eine Schlüsselposition ein, da sie nicht nur
für Patienten, sondern überwiegend für Gesunde tätig sind und auch Zugang zu Personen haben, die sich einer medizinischen
Versorgung eher entziehen. Die Betriebsmedizin verfügt auch über die dafür notwendigen strukturellen Voraussetzungen und kann
für die gesundheitsfördernde Gestaltung der Arbeitsplätze sorgen sowie eine komplexe und adäquate Intervention ermöglichen.
Die Implementierung von strukturierten Präventionsmanagementprogrammen im betriebsärztlichen Setting ist eine gute Möglichkeit
zur Realisierung der Prävention von Typ-2-Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen durch Früherkennung eines metabolischen
Syndroms, ohne das Gesundheitsbudget stark zu belasten. Die Herausforderung bedarf der aktiven Zusammenarbeit vieler Partner
und ist nur langfristig erfolgreich umzusetzen, bedeutet aber ein lohnendes Investment für Risikopersonen, die klinische und
wissenschaftliche Diabetologie und das betriebliche Gesundheitswesen in Deutschland.
The metabolic syndrome, increasingly appearing amongst the elderly and recently in younger people with a most sudden increase
in the age group < 30 years, is one of the main threats to European health in this century. Early diagnosis is the most efficient
way to manage and to prevent metabolic syndrome from developing. Recent studies have convincingly demonstrated that lifestyle
intervention, addressing diet and exercise, reduced the risk of developing diabetes and metabolic syndrome. The challenges
today are to develop and implement efficient strategies to identify those on risk and to implement prevention management programs
for clinical practice.
Company medical officers could play an important role while identifying persons with increased risk for the metabolic syndrome,
because they are addressing patients and healthy working persons but also reaching persons who normally are not reached by
the health-care system. The occupational medical health promotion has the structural requirement to implement preventive intervention
also by using its influence to establish healthy workplaces.
Implementing managed prevention programs in the occupational medical care setting will enable prevention of the metabolic
syndrome without consuming large resources. This process will be challenging and must be sustainable requiring many partners
but resulting in a profitable chance for occupational health care.
Schlüsselwörter: Metabolisches Syndrom - Diabetes mellitus - Prävention - FINDRISK - Betriebsarzt
Key Words: Metabolic syndrome - Diabetes mellitus - Prevention - FINDRISK - Occupational health care