Hintergrund
Durch Zerumen verursachte Beschwerden gehören zu den häufigen Beratungsanlässen in der Allgemeinmedizin sowie der ambulanten
HNO-ärztlichen Versorgung und eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden wird zu dessen Entfernung eingesetzt. Das Ziel der
vorliegenden Arbeit war die Erfassung der Art und Häufigkeit von Komplikationen bei der Gehörgangsreinigung.
Methoden
Systematische Literaturrecherche (Pubmed, Cochrane, Scopus) und Abfrage aller Meldungen von Komplikationen bei den Schlichtungsstellen
für Arzthaftpflichtfragen.
Ergebnisse
Komplikationen wurden bisher kaum durch kontrollierte Studien untersucht, und Angaben zur absoluten Häufigkeit konnten nicht
gemacht werden. In den eingeschlossenen Untersuchungen lag die Rate an Trommelfellperforationen zwischen 0 und 1%. Bei Spülungen
scheint es insgesamt mehr Komplikationen zu geben als bei der mechanischen Entfernung mittels Kürette.
Schlussfolgerungen
Komplikationen sind häufiger als bisher angenommen. Allerdings war keine Publikation primär zur Aufdeckung von Nebenwirkungen
angelegt. Eine Gehörgangsspülung sollte nur dann durch eingewiesene Mitarbeiter erfolgen, wenn Vorschäden am Trommelfell aufgrund
von Vorbefunden oder aus der Anamnese sicher ausgeschlossen werden können.
Background
Cerumen impaction is known as a frequent problem both in general practice as well as in community based ENT surgeries. The
aim of the present review was to describe the frequency and types of complications due to different methods of ear wax removal.
Methods
A systematic review of the literature was carried out (Pubmed, Cochrane, Scopus) and data from the arbitration board for medical
liability were evaluated.
Results
Controlled studies addressing the complications of ear wax removal are lacking in the literature and absolute risks could
not be reported. Perforation of the tympanic membrane was observed in up to 1% of the cases. Syringing seems to result in
a greater number of complications than mechanical removal using a curette.
Conclusions
Complication rates were found to be higher than previously assumed. However, none of the publications had initially been intended
to detect adverse events. It can be concluded that syringing can be delegated to trained staff members only if pre-existing
defects of the tympanic membrane have been excluded.
Schlüsselwörter Ohrenschmalz - Zerumenentfernung - Gehörgangsspülung - Komplikationshäufigkeit - Literaturübersicht
Keywords Ear wax - Cerumen removal - Auditory canal syringing - Complication rate - Literature review