Hintergrund
Biometriemessungen haben das Potenzial, die refraktiven Ergebnisse der Kataraktchirurgie in Entwicklungsländern zu verbessern.
Ihre Durchführung ist jedoch in entlegenen Gegenden logistisch schwierig.
Patienten und Methoden
Bei Kataraktpatienten in einem Camp in Nordkenia wurde eine Biometrie mit tragbaren Geräten versucht, und es wurden Gründe
für ein Biometrieversagen notiert. PMMA-Linsen der Stärke 17–27 dpt wurden implantiert und ein Modell zur Berechnung des postoperativen
Refraktionsfehlers bei Verwendung von Standardlinsen (22 dpt) generiert.
Ergebnisse
In 104 von 131 Augen (80%) war die Biometrie möglich. Hornhautschäden waren der Hauptgrund für ein Scheitern. Die durchschnittliche
berechnete Linsenstärke für Emmetropie betrug 21,56 dpt, SD:1,96 (min: 14,78 dpt, max: 27,24 dpt). Bei Verwendung von 22 dpt
Standardlinsen hätten 20% aller Patienten einen Refraktionsfehler von mehr als 2 dpt und 7% einen Fehler von mehr als 3 dpt
gehabt.
Schlussfolgerung
Okuläre Komorbidität erschwert Biometrie in entlegenen Gegenden. Dennoch erscheint ihr Einsatz sinnvoll und ist notwendig,
um postoperative Refraktionsfehler zu begrenzen. Ohne Biometrie kann ein schlechtes refraktives Ergebnis bei mindestens 20%
aller Operierten erwartet werden.
Background
Biometry has the potential to improve refractive outcomes of cataract surgery in developing countries. However, the procedure
is difficult to carry out in remote areas.
Patients and methods
The feasibility of automated biometry using portable devices was assessed in an eye camp in a remote Kenyan community and
reasons for failure were documented. PC-IOLs in the range of 17–27 dioptres (dpt) were implanted and a model was created to
predict spherical refractive error if a standard 22 dpt lens had been used.
Results
In 104 out of 131 eyes (80%) biometry was possible. Failure to obtain K-readings in eyes with coexisting corneal pathology
was the main limiting factor. The calculated mean IOL strength to achieve emmetropia was 21.56 dpt with a SD=1.96 (min: 14.78 dpt,
max: 27.24 dpt). If 22dpt lenses had been implanted around 20% would have had an error of more than 2 dpt and 7% an error
of more than 3 dpt.
Conclusion
Biometry is a challenging procedure in remote areas where comorbidities are common. However, without biometry and implantation
of different IOL powers poor refractive outcome can be expected in around 20% of patients.
Schlüsselwörter Biometrie - Entwicklungsländer - Kenia - Katarakt - Eye-camp
Keywords Biometry - Developing countries - Kenya - Cataract - Eye-camp
Die vorliegende Studie wurde vom kenianischen Gesundheitsministerium (Abteilung für ophthalmologische Prävention) genehmigt.
Die Prinzipien der Deklaration von Helsinki wurden befolgt.