Volume 107, Number 4, 354-358, DOI: 10.1007/s00347-009-2021-2

Biometrie in Katarakt-Camps
Erfahrungen aus Nordkenia

Biometry in cataract camps
Experiences from north Kenya

S. Briesen, H. Roberts, J. Karimurio and M. Kollmann

View Related Documents

Abstract

Hintergrund  

Biometriemessungen haben das Potenzial, die refraktiven Ergebnisse der Kataraktchirurgie in Entwicklungsländern zu verbessern. Ihre Durchführung ist jedoch in entlegenen Gegenden logistisch schwierig.

Patienten und Methoden  

Bei Kataraktpatienten in einem Camp in Nordkenia wurde eine Biometrie mit tragbaren Geräten versucht, und es wurden Gründe für ein Biometrieversagen notiert. PMMA-Linsen der Stärke 17–27 dpt wurden implantiert und ein Modell zur Berechnung des postoperativen Refraktionsfehlers bei Verwendung von Standardlinsen (22 dpt) generiert.

Ergebnisse  

In 104 von 131 Augen (80%) war die Biometrie möglich. Hornhautschäden waren der Hauptgrund für ein Scheitern. Die durchschnittliche berechnete Linsenstärke für Emmetropie betrug 21,56 dpt, SD:1,96 (min: 14,78 dpt, max: 27,24 dpt). Bei Verwendung von 22 dpt Standardlinsen hätten 20% aller Patienten einen Refraktionsfehler von mehr als 2 dpt und 7% einen Fehler von mehr als 3 dpt gehabt.

Schlussfolgerung  

Okuläre Komorbidität erschwert Biometrie in entlegenen Gegenden. Dennoch erscheint ihr Einsatz sinnvoll und ist notwendig, um postoperative Refraktionsfehler zu begrenzen. Ohne Biometrie kann ein schlechtes refraktives Ergebnis bei mindestens 20% aller Operierten erwartet werden.

Background  

Biometry has the potential to improve refractive outcomes of cataract surgery in developing countries. However, the procedure is difficult to carry out in remote areas.

Patients and methods  

The feasibility of automated biometry using portable devices was assessed in an eye camp in a remote Kenyan community and reasons for failure were documented. PC-IOLs in the range of 17–27 dioptres (dpt) were implanted and a model was created to predict spherical refractive error if a standard 22 dpt lens had been used.

Results  

In 104 out of 131 eyes (80%) biometry was possible. Failure to obtain K-readings in eyes with coexisting corneal pathology was the main limiting factor. The calculated mean IOL strength to achieve emmetropia was 21.56 dpt with a SD=1.96 (min: 14.78 dpt, max: 27.24 dpt). If 22dpt lenses had been implanted around 20% would have had an error of more than 2 dpt and 7% an error of more than 3 dpt.

Conclusion  

Biometry is a challenging procedure in remote areas where comorbidities are common. However, without biometry and implantation of different IOL powers poor refractive outcome can be expected in around 20% of patients.

Schlüsselwörter  Biometrie - Entwicklungsländer - Kenia - Katarakt - Eye-camp

Keywords  Biometry - Developing countries - Kenya - Cataract - Eye-camp


Die vorliegende Studie wurde vom kenianischen Gesundheitsministerium (Abteilung für ophthalmologische Prävention) genehmigt. Die Prinzipien der Deklaration von Helsinki wurden befolgt.

Fulltext Preview

Image of the first page of the fulltext document