Die Lösung von Problemen und die Entscheidung von strategischen Maßnahmen werden häufig Expertengruppen übertragen, da man
sich Vorteile von ihrer Zusammenarbeit gegenüber einzeln arbeitenden Personen erhofft. Jedoch kennzeichnen Prozessverluste
die Zusammenarbeit von natürlich interagierenden Gruppen, so dass viele Moderationstechniken wie die PROzedurale MODeration
(PROMOD) entwickelt wurden, die das Ausmaß der Schwierigkeiten reduzieren. In dieser Studie wurde getestet, ob PROMOD auch
im virtuellen Raum die Leistungsfähigkeit von Gruppen und Einzelpersonen verbessern kann (N = 180). Dazu wurde ihnen einen
Interpolationsproblem (vgl. Dörner, 1976) vorgelegt, welches in moderierten und unmoderierten Bedingungen unter Verwendung
von einem Chat-Programm und elektronischen Formularen gelöst werden sollte. Dieser Effekt konnte für eines der beiden erhobenen
Leistungsmaße gezeigt werden (p =.0245).
Problem solving and strategic decision-making is frequently delegated to groups of experts because there is a hope that their
performance will bring more advantages compared to single working individuals as a result of their cooperation. It is however
a fact that process loss is a characteristic of naturally interacting groups. Facilitation-techniques like PROMOD (PROzedurale
MODeration or procedural facilitation) have been developed to reduce these difficulties (Lecher, & Witte, 2003). The goal
of this study was to investigate whether PROMOD can also improve performance of teams and individuals in a virtual setting
(N = 180). Subjects had to solve an interpolation-problem (see Dörner, 1976) under facilitated and non-facilitated conditions
while using a chat-program and electronic forms. Improvements were found to be significant in one of two performance-measures
(p =.0245).
Schlüsselwörter Prozessverluste - Gruppenleistung - Moderationstechniken - Virtuelle Teams - Problemlösen
Key words process loss - group performance - facilitation-techniques - virtual teams - problem solving
Dana Unger war Forschungspraktikantin am Arbeitsbereich Sozialpsychologie des Fachbereichs Psychologie der Universität Hamburg.
Erich H. Witte ist Professor für Psychologie an der Fakultät 4 (Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft) der Universität
Hamburg. Er leitet den Arbeitsbereich Sozialpsychologie. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Kleingruppenforschung, Paarbeziehungen,
empirische Ethikforschung und Wirtschaftspsychologie.