Der Kernkompetenzenansatz wird häufig als ein nebulöses Konzept bezeichnet und Kernkompetenzen werden mit einer Fata Morgana
verglichen.872 Aus der Ferne lassen sich die groben Umrisse erkennen. Bei näherer Betrachtung verschwimmen sie jedoch und entziehen sich
einer Konkretisierung. Auch in der Literatur zum Kompetenzmanagement mangelt es an näher spezifizierten Beispielen für Kernkompetenzen.
Das folgende Fallbeispiel der Sartorius AG zeigt, dass Kernkompetenzen keine Fata Morgana sind. Es verdeutlicht, wie eine
kompetenzorientierte Strategie in der Praxis konsequent umgesetzt werden kann. Ziel der Falluntersuchung ist es, die Praxisrelevanz
der vorangegangenen theoretischen Überlegungen aufzuzeigen und die gewonnenen Erkenntnisse für ein Management verteilter Kompetenzen
in multinationalen Unternehmen zu erweitern und zu vertiefen.
Vgl. Nicolaj (2003), S.273.