Hintergrund
Die Fundusautofluoreszenz (FAF) kann man in verschiedenen Wellenlängenbereichen exzitieren und messen. In dieser Studie werden
die FAF-Muster von Netzhautdystrophien im kurzwelligen Bereich und im nahen Infrarot verglichen.
Methoden
Es wurden beide Augen von 108 Patienten mit unterschiedlichen Netzhautdystrophien analysiert. Neben Farbfundusfotos wurden
von jedem Auge FAF-Aufnahmen mit dem Heidelberg-Retina-Angiographen (HRA 2) angefertigt. Hierbei wurde sowohl mit 488 nm (blau;
Sperrfilter bei 500 nm) als auch mit 787 nm (nahes Infrarot; Sperrfilter 810 nm) exzitiert. Die Ergebnisse von 9 Einzelaufnahmen
wurden jeweils zur Verbesserung des Signalrauschverhältnisses gemittelt. Hierbei wurde keine Normalisierung der Grauwerte
durchgeführt. Die gemittelten Aufnahmen beider Wellenlängen wurden einer vergleichenden Analyse unterzogen.
Ergebnisse
Bei allen untersuchten Patienten gelang es, eine brauchbare FAF-Aufnahme bei beiden Exzitationswellenlängen zu erhalten. Es
ergaben sich charakteristische FAF-Muster, die abhängig vom Krankheitsbild zum Teil deutliche Unterschiede zwischen kurzwelligem
und infrarotem Bereich zeigten. Im zeitlichen Verlauf konnte sich das FAF-Muster verändern und eine eventuelle Progression
der Erkrankung dokumentiert werden.
Schlussfolgerung
Bei beiden untersuchten Wellenlängen eignete sich die FAF zur Phänotypenbeschreibung bei Netzhautdystrophien. Die infrarote
FAF scheint dabei im Gegensatz zur kurzwelligen FAF pathologische Veränderungen darzustellen, die möglicherweise auf Veränderungen
im Melaninhaushalt erkrankter Zellverbände hindeuten. Allerdings ist bei der Beurteilung zu beachten, dass der prognostische
Wert der FAF bei den hier beschriebenen Erkrankungen in beiden Wellenlängenbereichen noch unzureichend bekannt ist.
Background
Fundus autofluorescence (FAF) may be excited and measured at different wavelengths. In the present study we compared short
wavelength and near-infrared FAF patterns of retinal dystrophies.
Methods
We analysed both eyes of 108 patients with diverse retinal dystrophies. Besides colour fundus photographs, FAF images were
obtained with the Heidelberg Retina Angiograph (HRA 2). Excitation wavelengths of 488 nm (blue; filter at 500 nm) and 787 nm
(near-infrared; filter at 810 nm) were applied. For improvement of the signal-to-noise ratio a total of nine images were averaged,
and the mean images (original grey values, not normalized) were analysed.
Results
Useful FAF images of both excitation wavelengths were achieved in all patients. We observed characteristic FAF patterns, which
differed between excitation wavelengths depending on the disease. With time, FAF pattern changes and progression could be
observed.
Conclusion
FAF of both wavelengths provided additional information for phenotype description in retinal dystrophies. Other than short
wavelength FAF, near-infrared FAF showed different pathological changes, which may be related to changes in RPE melanin. However,
any conclusions may be limited by the still incomplete knowledge about the prognostic value of FAF in the diseases studied
here.
Schlüsselwörter Lipofuszin - Melanin - Fundus oculi - Nahes Infrarot - Autofluoreszenz
Keywords Lipofuscin - Melanins - Fundus oculi - Near infrared - Autofluorescence
T. Theelen und C.J.F. Boon haben gleichwertig zu dieser Arbeit beigetragen und sind beide Erstautoren.