Volume 105, Number 11, 1013-1022, DOI: 10.1007/s00347-008-1695-1

Fundusautofluoreszenz bei erblichen Netzhauterkrankungen
Fluoreszenzmuster in zwei verschiedenen Wellenlängenbereichen

Fundus autofluorescence in patients with inherited retinal diseases
Patterns of fluorescence at two different wavelengths

T. Theelen, C.J.F. Boon, B.J. Klevering and C.B. Hoyng

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Abstract

Hintergrund  

Die Fundusautofluoreszenz (FAF) kann man in verschiedenen Wellenlängenbereichen exzitieren und messen. In dieser Studie werden die FAF-Muster von Netzhautdystrophien im kurzwelligen Bereich und im nahen Infrarot verglichen.

Methoden  

Es wurden beide Augen von 108 Patienten mit unterschiedlichen Netzhautdystrophien analysiert. Neben Farbfundusfotos wurden von jedem Auge FAF-Aufnahmen mit dem Heidelberg-Retina-Angiographen (HRA 2) angefertigt. Hierbei wurde sowohl mit 488 nm (blau; Sperrfilter bei 500 nm) als auch mit 787 nm (nahes Infrarot; Sperrfilter 810 nm) exzitiert. Die Ergebnisse von 9 Einzelaufnahmen wurden jeweils zur Verbesserung des Signalrauschverhältnisses gemittelt. Hierbei wurde keine Normalisierung der Grauwerte durchgeführt. Die gemittelten Aufnahmen beider Wellenlängen wurden einer vergleichenden Analyse unterzogen.

Ergebnisse  

Bei allen untersuchten Patienten gelang es, eine brauchbare FAF-Aufnahme bei beiden Exzitationswellenlängen zu erhalten. Es ergaben sich charakteristische FAF-Muster, die abhängig vom Krankheitsbild zum Teil deutliche Unterschiede zwischen kurzwelligem und infrarotem Bereich zeigten. Im zeitlichen Verlauf konnte sich das FAF-Muster verändern und eine eventuelle Progression der Erkrankung dokumentiert werden.

Schlussfolgerung  

Bei beiden untersuchten Wellenlängen eignete sich die FAF zur Phänotypenbeschreibung bei Netzhautdystrophien. Die infrarote FAF scheint dabei im Gegensatz zur kurzwelligen FAF pathologische Veränderungen darzustellen, die möglicherweise auf Veränderungen im Melaninhaushalt erkrankter Zellverbände hindeuten. Allerdings ist bei der Beurteilung zu beachten, dass der prognostische Wert der FAF bei den hier beschriebenen Erkrankungen in beiden Wellenlängenbereichen noch unzureichend bekannt ist.

Background  

Fundus autofluorescence (FAF) may be excited and measured at different wavelengths. In the present study we compared short wavelength and near-infrared FAF patterns of retinal dystrophies.

Methods  

We analysed both eyes of 108 patients with diverse retinal dystrophies. Besides colour fundus photographs, FAF images were obtained with the Heidelberg Retina Angiograph (HRA 2). Excitation wavelengths of 488 nm (blue; filter at 500 nm) and 787 nm (near-infrared; filter at 810 nm) were applied. For improvement of the signal-to-noise ratio a total of nine images were averaged, and the mean images (original grey values, not normalized) were analysed.

Results  

Useful FAF images of both excitation wavelengths were achieved in all patients. We observed characteristic FAF patterns, which differed between excitation wavelengths depending on the disease. With time, FAF pattern changes and progression could be observed.

Conclusion  

FAF of both wavelengths provided additional information for phenotype description in retinal dystrophies. Other than short wavelength FAF, near-infrared FAF showed different pathological changes, which may be related to changes in RPE melanin. However, any conclusions may be limited by the still incomplete knowledge about the prognostic value of FAF in the diseases studied here.

Schlüsselwörter  Lipofuszin - Melanin - Fundus oculi - Nahes Infrarot - Autofluoreszenz

Keywords  Lipofuscin - Melanins - Fundus oculi - Near infrared - Autofluorescence


T. Theelen und C.J.F. Boon haben gleichwertig zu dieser Arbeit beigetragen und sind beide Erstautoren.

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