In der Forschung über moderne Organisationen, die gemeinhin als „zielorientierte, rational geplante Systeme mit einer auf
Dauer gestellten objektivversachlichten Struktur“ (Türk 1989: 23) verstanden werden, kommt dem Bürokratiemodell legitimer
Herrschaft von Max Weber (1922) eine große Bedeutung zu. Dabei sind es vor allem zwei Aspekte, die hervorgehoben werden. Einmal
ist dies das Leitprinzip der Rationalität: Vernünftig, rational, objektiv, geregelt, formalisiert, zweckorientiert und effizient
sollen das Organisationshandeln und die Entscheidungen sein, die von einer Organisation gefällt werden. Das zweite Element
ist das, was man die Individuums- bzw. Individualitäts- Neutralität der Organisation, sowohl gegenüber den Organisationsmitgliedern
wie auch gegenüber ihren ‚Klienten’, nennen könnte, also die Abstrahierung von den individuellen Merkmalen der jeweiligen
Person durch die Organisation.