Obwohl 100 Jahre Schizophren ieforschung und ein halbes Jahrhundert seit der Einführung der Antipsychotika verstrichen sind,
hat die Arzneimittelforschung erstaunlich wenig von der Untersuchung der biologischen Grundlagen schizophrener Störungen profitiert.
So war die Arzneimittelentwicklung in den letzten Jahrzehnten mehr von Zufällen als von zielgerichteter, hypothesengeleiteter
Forschung dominiert. Berichte über Veränderungen im glutamatergen System wurden z. B. jahrzehntelang ignoriert. Erst seit
kurzem befassen sich unabhängige akademische klinische Psychopharmakologen und auch pharmazeutische Firmen mit der Exploration
von Therapiemöglichkeiten, die auf der Modifikation des Glutamatstoffwechsels beruhen. Einzig die Einführung von partiellen Dopaminagonisten in die Therapie von Schizophreniepatienten folgte einer pharmakologischen ßberlegung, die sich konsequent an in der Grundlagenforschung
erarbeiteten pathophysiologischen Konzepten orientierte.