Volume 32, Number 2, 303-312, DOI: 10.1007/s11059-005-0026-7

Waiting for the Barbarismos
An African Reading of/in the Rhetoric Tradition

Robert Stockhammer

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Abstract

Eine für die europäische Reflexion auf das Sprechen und Schreiben außerordentlich wirkungsmächtige Unterscheidung, diejenige zwischen Grammatik und Rhetorik, wird gewöhnlich als selbstverständlich vorausgesetzt, bemerkenswert selten als solche diskutiert. Der vorliegende Aufsatz rekonstruiert, wie Quintilian in seiner Institutiodiese Grenze zu ziehen versucht, um 'Fehler' (pejorativ bewertete, grammatische Abweichungen) von 'Figuren' (positiv bewertete, rhetorische Abweichungen) zu unterscheiden. Diese Lektüre wurde entscheidend von zwei Romanen aus Afrika angeregt, von denen der eine - Amos Tutuolas Palm-Wine Drinkard- nach den Prämissen der europäischen Sprechordnung korrigiert wurde, während der andere - Ken Saro-Wiwas Sozaboy- mit seinerseits eigenwilligen sprachlichen Mitteln bewußt macht, welches Machtpotential schon die Grammatik, nicht erst die Rhetorik, besitzt.

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