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Abstract

Darstellung eines Falles von schwerer toxischer Polyneuritis mit Befallensein aller 4 Extremitäten, mit Lähmungen, schweren Gehstörungen, Sensibilitätsstörung und Reflexschwund, welche sich subakut unter allgemeinem Krankheitsgefühl entwickelt hatte. Nach Ausschließung anderer Ursachen ergab sich als entscheidende und wesentliche Ursache der 20 Monate dauernde berufliche, das normale Maß übersteigende Kontakt mit einem Insecticid, dessen Hauptwirkstoffe DDT und HCC in öliger Suspension waren, wodurch eine stärkere resorptive und pathogene Wirkung zustande kommt als in Puderform.
Die Notwendigkeit der kasuistischen Bekanntgabe derartiger Fälle wird begründet. Versicherungsrechtlich handelt es sich nach den deutschen Gesetzen um eine entschädigungspflichtige Berufskrankheit, die entsprechend berentet wird. Bemerkenswert war jedoch, daß der Fall zunächst in seiner ätiologischen Bedeutung ärztlicherseits nicht erkannt worden war, wieder einmal mehr ein Beweis für die Notwendigkeit, Fragen der Gewerbetoxikologie und Arbeitsmedizin mehr in den Vordergrund zu stellen. Eine weitgehende Besserung und Rückbildung der polyneuritischen Lähmungen ist hier erwartungsgemäß eingetreten.
Wenn auch die Frage der Schädlichkeit dieser neuen Insecticide, namentlich in Anbetracht ihrer Speicherungsmöglichkeit noch nicht endgültig abgeklärt ist und man bei Kombinationspräparaten vielleicht noch Überraschungen erleben kann, so soll damit die ungeheure und weltweite Bedeutung der modernen Insecticide für die gesamte zivilisierte Welt nicht geschmälert werden.
Herrn Professor Heinrich Zangger zum 80. Geburtstag gewidmet.

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