Einleitend möchten wir mit Blick auf die universitäre Lehre die Besonderheiten der Geschlechterforschung zu naturwissenschaftlichen
Themenbereichen im Vergleich zu der Geschlechterforschung der Kultur- und Gesellschaftswissenschaften hervorheben. Seit mehr
als einem Jahrzehnt beschäftigen wir uns beide mit feministischer Naturwissenschaftsforschung und lehren und forschen zur
Geschlechterforschung und Naturwissenschaften. Zwar begannen wir in unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten —
Sigrid Schmitz in den 1980er Jahren in Marburg und Smilla Ebeling in den 1990ern in Hamburg —, doch haben wir ähnliche Erfahrungen
gemacht: Verortet in der Biologie begannen wir beide die Auseinandersetzung mit der Biologie und genereller den Naturwissenschaften
aus einer Geschlechterperspektive durch unsere Teilnahme in einer Arbeitsgruppe — Sigrid Schmitz in der Arbeitsgruppe Biofrauen am Fachbereich Biologie der Universität Marburg und Smilla Ebeling in dem interdisziplinären Arbeitskreis für feministische Naturwissenschaftsanalyse und -kritik (afn). Diese Arbeit führte uns dazu, mit Kolleginnen Lehrveranstaltungen an den jeweiligen Universitäten anzubieten.1 So bot Sigrid Schmitz eine Seminarreihe an der Fakultät für Biologie der Universität Marburg zu Themen der Geschlechterforschung
an. Smilla Ebeling bot verschiedene Seminare zu geschlechterperspektivischen Analysen der Naturwissenschaften in den Instituten
der Biologie, Chemie und Physik der Universität Hamburg an.
Die Lehrveranstaltungen von Smilla Ebeling und ihren Kolleginnen Helene Götschel, Dorit Heinsohn und Julia Lademann wurden
dankenswerterweise in Form von Lehraufträgen durch die Gemeinsame Kommission und Koordinationsstelle für Frauenstudien/ Frauenforschung der Universitäten Hamburg finanziert, diejenigen von Sigrid Schmitz und Imke Troltenier an der Universität Marburg vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst über die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Frauenforschung (IAG) der Universität
Marburg (siehe hierzu Ebeling & Götschel 2000).