While research focuses mainly on support provided to the elderly, this paper deals with the very old as a support provider
to his family as much as a care recipient from both his family and a formal network. We hypothesize that elders with declining
health will try to maintain the provision of services, even when they require and receive help.
A total of 340 octogenarians from the Swiss Interdisciplinary Longitudinal Study on the Oldest Old (SWILSOO) were interviewed
up to five times over five years (N=1225 interviews). A multilevel model was applied to assess the effects of health, controlled
for socio-demographic and family network variables, on the frequency of services that the old persons provided to their family
and received from their family and formal networks. Health is operationalized in three statuses: ADL-dependent, ADL-independent
frail, and robust.
While the recourse to the informal network increased progressively with the process of frailty, the recourse to the formal
network drastically increased for ADL-dependent individuals. Being ADL-dependent seriously altered the capacity to provide
services, but ADL-independent frail persons were providers with the same frequency as the robust oldest old, showing their
ability to preserve a principle of reciprocity in their exchanges with their family network. This continuity of roles may
help frail persons to maintain their self-esteem and well-being.
Während sich die Forschung hauptsächlich mit der Unterstützung befasst, die älteren Personen zuteil wird, untersucht diese
Arbeit, wie Personen im höheren Lebensalter sowohl ihre Familie unterstützen, als auch von ihrer Familie und dem institutionellen
Netzwerk Hilfe erhalten. Wir nehmen an, dass ältere Personen mit schwindender Gesundheit versuchen, eine unterstützende Tätigkeit
aufrecht zu erhalten, auch wenn sie selber Unterstützung erhalten.
Dreihundertvierzig Hochaltrige der SWILSOO wurden bis zu 5-mal über den Zeitraum von 5 Jahren (N=1225 Interviews) befragt.
Mit Hilfe von Mehrebenenmodellen wurde der Einfluss des Gesundheitszustandes auf die Häufigkeit, mit der ältere Menschen Dienstleistungen
für ihre Familie erbringen und von ihrer Familie und vom institutionellen Netzwerk erhalten, untersucht. Dabei wurde für soziodemographische
und netzwerkbezogene Einflüsse kontrolliert. Gesundheit wurde in drei Stufen operationalisiert: ADL-abhängig, ADL-unabhängig
und gebrechlich sowie rüstig.
Während die Suche nach Unterstützung beim informellen Netzwerk mit zunehmender Gebrechlichkeit progressiv anstieg, wurde das
institutionelle Netzwerk besonders von ADL-abhängigen Individuen deutlich mehr beansprucht. ADL-Abhängigkeit schränkte die
Fähigkeit Unterstützung zu leisten stark ein. ADL-unabhängige, gebrechliche Personen leisteten jedoch ebenso oft wie die rüstigen
Älteren Hilfe und zeigten dadurch ihre Fähigkeit einen Grad an Reziprozität im Austausch mit ihrem familiären Netzwerk aufrechtzuerhalten.
Kontinuität im Rollenerleben kann gebrechlichen Menschen im höheren Lebensalter helfen ihr Selbstwertgefühl und Wohlbefinden
aufrecht zu erhalten.
Key words
frailty - ADL-dependence - social support - longitudinal - oldest old
Schlüsselwörter
Gebrechlichkeit - Abhängigkeit - Soziale Unterstützung - Längsschnittstudie - höheres Lebensalter