In diesem Aufsatz wird der Frage nachgegangen, wie das Verhältnis zwischen Weblogs und Journalismus öffentlich dargestellt
wird: Wie beschreiben und bewerten Blogger und Journalisten sich selbst und ihr jeweiliges Gegenüber? Welche Fremdund Selbstbilder
zeichnen sie? Im Folgenden geht es also um die publizierten Beiträge beteiligter Beobachter. Diese Perspektive unterscheidet sich sowohl von der subjektiven Sichtweise von Bloggern und Journalisten in ihrer Gesamtheit
als auch von Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen der Beziehung (vgl. Neuberger/ Nuernbergk/Rischke 2007). Der Weblog-Diskurs
ist also eine dritte Perspektive. Sie zu untersuchen, ist deshalb wichtig, weil die öffentliche Thematisierung die Einstellungen
der Rezipienten und ihr Handeln prägen kann. Über Rückkopplungen kann sie sowohl die „Blogosphäre“ als auch den Journalismus
beeinflussen, z. B. dadurch, dass der Diskurs zum Blogschreiben und -lesen motiviert oder die Glaubwürdigkeit von Weblogs
und Journalismus bestimmt.