Die Schnecken von 16 Meerschweinchen wurden histochemisch auf ihren Gehalt an sauren Mucopolysacchariden und Glucoproteiden untersucht. Die blauen basischen Thiazinfarbstoffe Toluidinblau und Azur A färbten bestimmte Schneckenstrukturen (Basilarmembran und ihr Verankerungssystem, Lig. spirale mit Ausnahme der Stria vascularis, Limbus spiralis und Membrana tectoria) bei stärker sauren p
H-Werten metachromatisch rot. Im Zusammenhang mit dem positiven Ausfall der Alcianblau- bzw. Eisenbindungsreaktion konnte auf die Anwesenheit saurer Mucopolysaccharide an diesen Orten geschlossen werden. Die Abstufung der Reaktionsintensität in der p
H-Reihe, sowie das unterschiedliche Verhalten gegenüber Hyaluronidase gestattete die Differenzierung zweier Typen saurer Mucopolysaccharide: Hyaluronidase-sensible weniger saure Mucopolysaccharide der bindegewebigen Grundsubstanz; Hyaluronidase-resistente, stark saure Mucopolysaccharide im Zusammenhang mit dem glucoproteidhaltigen Fasermaterial. Cytoplasmatische Nucleinsäuren der Zellen des Ganglion cochleae wurden durch Ribonuclease-Vorbehandlung von sauren Mucopolysacchariden abgegrenzt. Mit der PAS-Reaktion erfaßten wir unter unseren Fixierungsbedingungen im wesentlichen Glucoproteide. Durch Amylase-Kontrolle konnte Glykogen (bis auf wenige körnchenförmige Reste in den Haarzellen) ausgeschlossen werden. Die mögliche Bedeutung saurer Mucopolysaccharide für den Stoffwechsel wurde erörtert.
Mit 5 Textabbildungen