Eine bei uns seit einiger Zeit als Gewürz im Handel befindliche streng schmeckende Thymiansorte aus Spanien stammt von einer Pflanze, deren Blätter sich vom gewöhnlichen Thymian, abgesehen von der Form, hauptsächlich durch das Fehlen der knieförmig gebogenen Haare und durch das Vorkommen zahlreicher winziger Oxalatkryställchen in bestimmten Epidermiszellen unterscheiden. An diesen Merkmalen läßt sich die betreffende Thymiansorte (Thymus satureioides Cosson et Balansa) auch in pulverförmigen Zubereitungen erkennen.
Ganz geringe, in Einzelfällen sogar große Mengen solcher Oxalatkryställchen kommen auch in den 1–3 zelligen Haaren des gewöhnlichen Thymians vor, sie sind aber bisher übersehen worden.
Der strenge Geschmack des hier in Betracht kommenden spanischen Thymians ist offenbar auf abweichende Zusammensetzung des ätherischen Öles, und zwar vermutlich des phenolischen Anteiles, zurückzuführen. Bei Verwendung entsprechend geringer Mengen ist auch diese Thymiansorte als Wurstgewürz gut brauchbar.