Es werden Fälle von Tuberkulose mit ausgedehnter
hämatogener Dissemination geschildert, die einen
mitigierten, zur Heilung neigenden
Verlauf nehmen. Es besteht hierbei in der Lunge die Neigung zum
Weiterkriechen des Virus in den Alveolarsepten unter Benützung der
Lymphbahnen. Es kommen
Abheilungsvorgänge, unter Bindegewebsbildung zustande, innerhalb der zuletzt keine Produkte einer specifischen Entzündung mehr gefunden werden. Diese Vorgänge können anscheinend durch die
Röntgenuntersuchung erkannt werden. Es findet sich dabei im Röntgenbilde eine feine, aus kleinen Streifen und Schattenfleckchen bestehende
netzförmige Zeichnung, die der bei der Lymphangitis carcinomatosa beobachteten sehr ähnelt. Der Prozeß in den Lungen gibt Veranlassung zu einer Verkleinerung des Lungenkreislaufs, die sich in mangelnder Durchlüftung des Blutes, in
kompensatorischer Hypertrophie des rechten Ventrikels und unter Umständen
Dekompensationserscheinungen äußert. Diesen Formen gehören oft Erkrankungen anderer Organe zu, die eine fehlende Neigung zur Bildung specifischer Produkte erkennen lassen. Es besteht daneben oft
fehlende oder
geringe Tuberkulinempfindlichkeit. Für die geschilderten Eigentümlichkeiten könnte
Typ oder Virulenz der Bacillen oder eine besondere
Reaktionsweise des Organismus bestimmend sein.