Mit einem Warburg-Gerät unter Verwendung neu entwickelter Mikro-Einheiten wurde der Sauerstoffverbrauch verschiedener bodenbiologisch wichtiger Kleinarthropoden vergleichend quantitativ bestimmt und seine Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren ermittelt. Untersucht wurden 13 ökologisch repräsentative Collembolenarten sowie ergänzend 3 Oribatiden- und eine Thysanurenspezies.
Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
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Für einige Collembolenarten wird festgestellt, daß der Aktivitätsstoffwechsel etwa das Doppelte des Ruhestoffwechsels beträgt. Bei allen weiteren vergleichenden Betrachtungen werden aber nur solche O2-Verbrauchswerte berücksichtigt, die durch Beobachtung eindeutig als Ruhewerte definiert sind.
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| 2. |
Im engeren Gewichtsbereich geschlechtsreifer Individuen derselben Art hat unterschiedliche Körpergröße keinen Einfluß auf den Sauerstoffverbrauch (O2-Verbrauch pro Gewichtseinheit).
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| 3. |
Durch Nahrungsentzug sinkt die Sauerstoffaufnahme. Bei Onychiurus fimatus, einem edaphisch lebenden Collembolen, erreicht sie nach 4 Tagen ca. 68% des mittleren Normalverbrauchs.
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| 4. |
Der Sauerstoffverbrauch ist temperaturabhängig. Der Q
10 verschiedener Collembolenarten beträgt 1,9–2,7. Aufgrund des zu niedrigen Temperaturen hin verschobenen biologischen Bereichs sind schneeund eisbewohnende Arten noch bei –3° C lokomotorisch aktiv und verfallen erst unter –10° C bzw. –15° C in Kältestarre. Für diese Formen kann auch ein vergleichsweise höherer Sauerstoffverbrauch wahrscheinlich gemacht werden.
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| 5. |
Der Ruhe-Sauerstoffverbrauch der untersuchten Collembolenarten schwankt zwischen 165 und 630 mm3 O2/g/h bei 18° C. Der O2-Bedarf großer symphypleoner Formen (Kugelspringer) ist etwa doppelt so hoch wie derjenige gleichschwerer Arthropleonen. Der Ruhe-Sauerstoffverbrauch großer Oribatiden ist dagegen relativ niedrig und schwankt zwischen 76 und 161 mm3 O2/g/h bei 18° C. Der erhebliche Chitinanteil am Körpergewicht der Milben zwingt allerdings zu einer Korrektur dieser Werte mit dem Faktor 2–3.
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| 6. |
Der transspezifische Vergleich des Sauerstoffverbrauchs acht arthropleoner Collembolenarten in Abhängigkeit von ihrem mittleren Artgewicht ergibt einen gruppenspezifischen Wert von b=0,74. Kleine edaphische Arten haben also einen vergleichsweise höheren O2-Verbrauch als große Oberflächenbewohner.
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| 7. |
Collembolen sind gegen Sauerstoffmangel wenig empfindlich. Bei 3% O2 in der Atemluft beträgt die mittlere Sauerstoffaufnahme des edaphischen Onychiurus armatus noch 93% des Normalverbrauchs.
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| 8. |
Untersuchungen in einer Gaskammer ergeben eine deutlich höhere CO2-Resistenz der edaphisch lebenden Collembolenarten im Vergleich zu den Oberflächenbewohnern.
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| 9. |
Der Sauerstoffverbrauch von Collembolen, Oribatiden und anderen bodenbewohnenden Tieren wird aufgrund eigener Ergebnisse und Daten der Literatur vergleichend dargestellt (Abb. 19).
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| 10. |
Die quantitative Bestimmung des Sauerstoffverbrauchs der Bodenfauna kann zu einer exakteren Abschätzung ihrer produktionsbiologischen Bedeutung beitragen.
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A comparative study of the respiration rate (O
2-consumption per g per hour) in some important soil microarthropods as obtained with a Warburg apparatus of increased sensitivity is presented. Species of Collembola (13) and Oribatei (3) differing with respect to their ecology were investigated.
| 1. |
Activity, periods of hunger, and temperature (Q
10=1,9–2,7) were found to be factors influencing the rate of O2-consumption.
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| 2. |
In 9 species of Collembola the resting-metabolism at 18° C were found to vary from 165 to 630 mm3O2 per g and hour. Symphypleona and Arthropleona of the same weight show most drastic differences in the level of the rate of O2-consumption.
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| 3. |
O2-consumption of some of the larger species of Oribatids is fairly low and varies from 76 to 161 mm3 per g and hour at 18° C. The influence of strong armour is discussed.
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| 4. |
For 8 species of Collembola investigated in the light of the classical exponential law the following relationship between respiration rate and weight is found: the exponent is equal to b=0,74. Thus, the rate of O2-consumption in small edaphic Collembola is significantly higher than in large surface-inhabiting species.
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When Collembola are submitted to O2-tensions lower than 21% (i.e. normal air composition) the O2-uptake is significantly dropping only below 5%.
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| 6. |
Litter-inhabiting species of Collembola are soon affected by an artificial increase of the CO2-content of the air, while inhabitants of deeper soil layers behave quite normally.
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| 7. |
The rates of O2-consumption of Collembola and Oribatids are compared with data obtained from the literature which apply to other edaphic animals (Fig. 19).
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| 8. |
Data on the respiration rate of Collembola are applicable as indices for estimating the share of this large taxonomic group in soil metabolism.
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Dissertation der Naturwissenschaftlich-Philosophischen Fakultät der Technischen Hochschule Braunschweig.
Herrn Prof. Dr. F. Schaller, Braunschweig, danke ich für die Anregung und ständige Betreuung vorliegender Untersuchung.
Die Arbeiten wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.