Immunisation schedules are developed by national committees on immunisation and may differ considerably between the European
Union (EU) member states (MS). The European Commission has launched an initiative for a council recommendation with the aim
to establish a scientifically substantiated reference childhood immunisation schedule for the EU. In our view this initiative
implies the establishment of one European childhood immunisation schedule, which could lead to the perception that this schedule
is the only one scientifically justified. The expectations that one uniform immunisation schedule will facilitate mobility
of EU residents, improve data collection and increase vaccination coverage are either quantitatively or qualitatively not
relevant or even ethically problematic. Arguments that uniform schedules would lead to lower vaccine prices and reduce the
need for clinical trials appear to be more relevant but could be addressed more effectively by other measures. On the other
hand the following factors may differ substantially between MS and thus support different immunisation schedules, such as
(a) values and goals, (b) epidemiological situation, (c) health care delivery system, (d) logistics of vaccine delivery and
(e) economic situation. We argue that uniform schedules should not be perceived as a goal in itself but rather as a possibly
desired by-product following increasing agreement on goals and values between MS and improved evidence base to be used by
national committees on immunisation.
Impfempfehlungen werden von nationalen Impfkommissionen erarbeitet und können sich zwischen den Mitgliedsstaaten (MS) der
Europäischen Union (EU) erheblich unterscheiden. Die Europäische Kommission startete eine Initiative für eine Empfehlung des
Rates mit dem Ziel, einen europäischen, wissenschaftlich fundierten Referenz-Impfkalender für Kinder zu entwickeln. Unserer
Meinung nach impliziert diese Initiative die Etablierung eines einzigen europäischen Impfkalenders, der als der einzig wissenschaftlich
zu rechtfertigende bewertet werden könnte. Die Erwartungen, dass ein einheitlicher Impfkalender die Freizügigkeit von EU-Bewohnern
erleichtern, die Datenerfassung verbessern und die Impfquote erhöhen könnte, erscheint quantitativ und qualitativ nicht relevant
oder sogar ethisch bedenklich. Impfstoffpreise und der Bedarf für klinische Studien könnten durch einheitliche Impfkalender
gesenkt werden, aber dies könnte durch alternative Maßnahmen sogar effektiver gelingen. Auf der anderen Seite unterscheiden
sich folgende Faktoren zwischen den MS erheblich und begründen unterschiedliche Impfkalender, wie a) Werte und Zielsetzungen,
b) epidemiologische Lage, c) Gesundheitsversorgungssysteme, d) Impflogistik und e) wirtschaftliche Situation. Die Vereinheitlichung
von Impfkalendern sollte nicht als primäres Ziel gesehen werden, sondern allenfalls als Nebeneffekt infolge zunehmender Einigung
über Ziele und Werte sowie einer verbesserten Evidenzgrundlage, die von nationalen Impfkommissionen verwendet werden könnte.
Keywords Immunisation - Immunisation schedule - Vaccines - European Union
Schlüsselwörter Schutzimpfungen - Impfkalender - Impfempfehlungen - Europäische Union